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Das neue MacBook Pro

Der Apfel leuchtet wieder, doch muss der Bildschirm berührbar sein? 


Apple bringt mit dem neuen MacBook Pro ein Stück Vergangenheit zurück und verabschiedet sich gleichzeitig von einem Grundsatz, den Steve Jobs 2010 deutlich vertreten hat. Zwischen Nostalgie und technischem Fortschritt stellt sich eine interessante Frage: Ist alles, was möglich ist, auch sinnvoll? 

Manchmal reicht ein kleines Detail, um Erinnerungen zu wecken. 

Apple hat am 28. Oktober 2026 ein neues MacBook Pro vorgestellt. Mit leistungsfähigen M5 Pro und M5 Max Prozessoren, einem neuen OLED-Display, geringerem Gewicht und erstmals einem berührungsempfindlichen Bildschirm. 

Doch ausgerechnet eine Funktion, die technisch kaum etwas zur täglichen Arbeit beiträgt, dürfte bei langjährigen Mac-Nutzerinnen und Mac-Nutzern besondere Freude auslösen: Der Apfel auf der Rückseite leuchtet wieder. 

Zehn Jahre nach seinem Verschwinden kehrt damit eines der bekanntesten Merkmale früherer MacBooks zurück. Gleichzeitig führt Apple etwas ein, das Steve Jobs einst ausdrücklich ablehnte. 

Das macht dieses MacBook Pro interessanter als eine gewöhnliche Produktvorstellung. Es geht auch um die Frage, wie sich gute Technik weiterentwickeln sollte. 

Apple

Der leuchtende Apfel ist zurück 

Wer früher mit einem MacBook gearbeitet hat, erinnert sich vermutlich noch gut daran. 

Sobald der Bildschirm geöffnet wurde, leuchtete auf der Rückseite das Apple-Logo. Es hatte keinen praktischen Nutzen. Es machte den Computer weder schneller noch zuverlässiger. Und trotzdem gehörte es für viele Menschen zum MacBook dazu. 

Mit der Überarbeitung des MacBook Pro im Jahr 2016 verschwand dieses Detail. Apple setzte auf ein dünneres Design und ersetzte den leuchtenden Apfel durch ein spiegelndes Logo. 

Nun ist er wieder da. 

Interessant ist auch die technische Umsetzung. Früher nutzte das Logo die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms. Beim neuen OLED-Display funktioniert das nicht mehr, weil diese Bildschirmtechnik keine separate Hintergrundbeleuchtung benötigt. 

Apple musste also eine neue Lösung finden, um ein altes Detail zurückzubringen. 

Natürlich macht ein leuchtendes Logo noch keinen besseren Computer. Aber Produkte bestehen nicht nur aus technischen Eigenschaften. Sie begleiten Menschen teilweise über viele Jahre und werden mit Erfahrungen verbunden. 

Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb die Rückkehr dieses kleinen Details mehr Aufmerksamkeit verdient, als es seine Funktion vermuten lässt. 


Ein Touchscreen im MacBook Pro: Was Steve Jobs 2010 dazu sagte 

Deutlich spannender als das beleuchtete Logo ist allerdings eine andere Neuerung. 

Erstmals erhält ein MacBook Pro einen Touchscreen. Nutzerinnen und Nutzer können damit direkt auf dem Display scrollen, Bilder vergrössern, Fenster verschieben oder Inhalte bearbeiten. 

Das klingt zunächst selbstverständlich. Schliesslich gehören berührungsempfindliche Bildschirme bei Smartphones und Tablets längst zum Alltag. Auch zahlreiche Windows-Notebooks bieten diese Möglichkeit seit Jahren. 

Bei Apple war die Haltung dazu allerdings lange eine andere. 

Im Oktober 2010 erklärte Steve Jobs anlässlich der Veranstaltung «Back to the Mac», weshalb Apple keine berührungsempfindlichen Bildschirme in klassischen Notebooks einsetzen wollte. 

Seine Begründung war bemerkenswert einfach: Die Bedienung eines senkrechten Bildschirms mit ausgestrecktem Arm sei auf Dauer unangenehm und ergonomisch problematisch. 

Apple habe entsprechende Versuche durchgeführt. Die anfänglich beeindruckende Bedienung führe nach einiger Zeit zur Ermüdung. Berührungsempfindliche Oberflächen seien deshalb besser für eine horizontale Nutzung geeignet. 

Das war keine grundsätzliche Ablehnung von Touchscreens. Mit dem iPhone und dem iPad hatte Apple selbst gezeigt, wie sinnvoll die direkte Bedienung eines Bildschirms sein kann. 

Jobs unterschied jedoch bewusst zwischen verschiedenen Geräten und ihrer Nutzung. 

Ein Tablet hält man in den Händen oder legt es auf einen Tisch. Ein Notebook steht meistens vor einem, während die Hände auf der Tastatur oder dem Trackpad liegen. 

Diese Unterscheidung war nachvollziehbar. Und sie ist es auch heute noch. 


Hat Steve Jobs damit heute noch recht? 

Seit 2010 hat sich technisch viel verändert. Bildschirme reagieren präziser, Betriebssysteme unterstützen unterschiedliche Eingabemethoden und viele Menschen sind es gewohnt, digitale Inhalte direkt mit den Fingern zu bedienen. 

Apple hat beim neuen MacBook Pro auch einige frühere Probleme berücksichtigt. 

Ein überarbeitetes Scharnier soll den Bildschirm beim Berühren stabil halten. Die Touchsensoren sind direkt in das Display integriert. macOS 27 passt bestimmte Bedienelemente an, damit sie sich mit dem Finger einfacher treffen lassen. 

Ausserdem bleibt die gewohnte Bedienung über Tastatur und Trackpad vollständig erhalten. 

Das sind sinnvolle Entscheidungen. Trotzdem bleibt die grundlegende ergonomische Frage bestehen. 

Wer mehrere Stunden an einem Notebook arbeitet, möchte die Hände normalerweise nicht ständig zwischen Tastatur, Trackpad und Bildschirm bewegen. 

Ein kurzer Fingertipp kann praktisch sein. Wiederholte Bewegungen zum aufrecht stehenden Bildschirm können dagegen ermüdend werden. Genau darauf hatte Jobs bereits 2010 hingewiesen. 

Die Technik hat sich weiterentwickelt. Die menschliche Anatomie hingegen nicht im gleichen Tempo. Deshalb sollte man den Touchscreen nicht grundsätzlich ablehnen. Man sollte aber sehr genau unterscheiden zwischen einer zusätzlichen Möglichkeit und einer tatsächlich besseren Arbeitsweise. 


Wo ein Touchscreen sinnvoll sein kann 

Es gibt durchaus Situationen, in denen die direkte Berührung eines Bildschirms Vorteile bietet. 

Bei der Bildbearbeitung kann es angenehm sein, einen Ausschnitt mit zwei Fingern zu vergrössern. Bei einer Präsentation lassen sich Inhalte möglicherweise intuitiver verschieben. Auch bei grafischen Anwendungen oder der Arbeit mit dreidimensionalen Modellen kann die direkte Interaktion hilfreich sein. 

Apple nennt ausserdem Anwendungen aus der Musikproduktion, Videobearbeitung und Softwareentwicklung als mögliche Einsatzbereiche. 

Entscheidend ist allerdings, wie häufig solche Situationen im Arbeitsalltag vorkommen. 

Wer hauptsächlich E-Mails beantwortet, Dokumente schreibt, Tabellen bearbeitet oder in Microsoft 365 arbeitet, wird vermutlich weiterhin die Tastatur und das Trackpad bevorzugen. 

Gerade bei längeren Texten oder komplexen Tabellen ist die präzise Steuerung mit dem Mauszeiger oft angenehmer. 

Ein Touchscreen könnte hier eine Ergänzung sein. Einen klaren Produktivitätsgewinn kann man daraus aber noch nicht ableiten. 

Hinzu kommt, dass viele Anwendungen ursprünglich für die Bedienung mit Maus und Tastatur entwickelt wurden. Apple kann zwar Berührungen technisch in Mausklicks übersetzen. Eine wirklich angenehme Touchbedienung entsteht dadurch aber nicht automatisch. 

Ob sich der neue Ansatz langfristig bewährt, werden erst Erfahrungen im täglichen Einsatz zeigen. 

Macbook

Das neue Display könnte wichtiger sein als die Touchfunktion 

Bei aller Diskussion um den Touchscreen sollte eine andere Neuerung nicht untergehen. 

Das MacBook Pro erhält erstmals ein sogenanntes PROLED XDR Display auf Basis der OLED-Technologie. 

Vereinfacht gesagt können bei OLED die einzelnen Bildpunkte selbst leuchten. Dadurch lassen sich sehr dunkle Bildbereiche besonders präzise darstellen. Auch Kontraste und Farben können davon profitieren. 

Apple nennt für das neue Display eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2000 Nits und eine variable Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. 

Dazu kommen ein dünneres Gehäuse, weniger Gewicht und laut Apple bis zu 24 Stunden Batterielaufzeit. Die Geräte sind mit 14 und 16 Zoll erhältlich und können seit dem 28. Oktober vorbestellt werden. Die Auslieferung beginnt am 6. November 2026. Apple 

Für Menschen, die regelmässig mobil arbeiten, könnten diese Eigenschaften im Alltag deutlich relevanter sein als die Möglichkeit, den Bildschirm zu berühren. 

Ein gut lesbares Display, ein geringeres Gewicht und eine zuverlässige Batterielaufzeit erleichtern die Arbeit unmittelbar. Der Nutzen ist hier einfacher nachvollziehbar. 


Gute Technik braucht nicht jede mögliche Funktion 

Das neue MacBook Pro zeigt ein interessantes Spannungsfeld, das weit über Apple hinausgeht. 

Technisch lässt sich heute sehr vieles umsetzen. Die entscheidende Frage ist aber nicht immer, was möglich ist, sondern was den Menschen tatsächlich hilft. Gerade in Unternehmen und sozialen Organisationen begegnet uns diese Frage regelmässig. 

Neue Programme bieten zusätzliche Funktionen. Bestehende Systeme werden erweitert. Geräte erhalten weitere Bedienmöglichkeiten. 

Das kann sinnvoll sein. Es kann aber auch dazu führen, dass Technik komplexer wird, ohne den Arbeitsalltag wesentlich zu verbessern. 

Bei PLUS UND PLUS betrachten wir neue Technologien deshalb nicht nur anhand ihrer technischen Eigenschaften. Uns interessiert vor allem, ob sie verständlich sind, zuverlässig funktionieren und den Menschen bei ihrer täglichen Arbeit helfen. 

Das gilt für ein neues Notebook genauso wie für eine grössere IT-Umstellung. 

Ein zusätzlicher Touchscreen ist nicht automatisch eine Verbesserung. Er wird dann wertvoll, wenn er eine Aufgabe einfacher macht, ohne andere Abläufe unnötig zu erschweren. 

Vielleicht gelingt Apple genau diese Balance. Dass die gewohnte Bedienung bestehen bleibt, ist zumindest ein guter Ausgangspunkt. 


Muss man deshalb auf das neue MacBook Pro wechseln? 

Für Unternehmen und Organisationen stellt sich bei jeder neuen Gerätegeneration auch die wirtschaftliche Frage. 

Ein neues MacBook Pro kann technisch beeindruckend sein. Daraus ergibt sich aber noch kein zwingender Grund, bestehende Geräte zu ersetzen. 

Wenn ein aktuelles Notebook zuverlässig funktioniert, die benötigten Programme unterstützt und ausreichend Leistung bietet, kann es sinnvoll sein, dieses weiterhin zu nutzen. Wer hingegen regelmässig mit grossen Bilddateien, anspruchsvollen Videos oder komplexen Entwicklungsumgebungen arbeitet, könnte von der neuen Hardware profitieren. 

Auch Gewicht, Bildschirmqualität und Batterielaufzeit können bei einer Neuanschaffung wichtige Kriterien sein. Den Touchscreen sollte man dabei zunächst als zusätzliche Funktion betrachten, nicht als entscheidendes Kaufargument. 

Für die Beschaffung in einem KMU oder einer sozialen Organisation sind andere Fragen häufig wichtiger: Wie lange soll das Gerät eingesetzt werden? Welche Programme werden benötigt? Passt es zur bestehenden IT-Umgebung? Und rechtfertigt der tatsächliche Nutzen die Investition? 

Eine gute Kaufentscheidung beginnt nicht bei der neuesten Funktion, sondern beim konkreten Bedarf. 


Fazit: Ein bisschen Nostalgie und eine berechtigte Frage 

Es ist schön, dass der leuchtende Apfel zurückkehrt. 

Nicht weil er irgendeinen technischen Vorteil bietet. Sondern weil er an eine Zeit erinnert, in der Apple mit vielen kleinen Entscheidungen eine unverwechselbare Produktidentität geschaffen hat. 

Beim Touchscreen sollte man zurückhaltender sein. 

Steve Jobs hat 2010 eine nachvollziehbare ergonomische Überlegung formuliert. Dass Apple diese Entscheidung 16 Jahre später anders beurteilt, ist nicht automatisch falsch. Technologien verändern sich, Nutzungsgewohnheiten ebenfalls. Aber seine damalige Frage bleibt aktuell: Ist eine neue Art der Bedienung tatsächlich besser, oder sieht sie vor allem bei einer Präsentation überzeugend aus? 

Das neue MacBook Pro wird zeigen müssen, ob der Touchscreen mehr ist als eine zusätzliche Funktion auf der Ausstattungsliste. 

Vielleicht werden wir uns schon bald daran gewöhnen. Vielleicht werden viele Menschen ihren Bildschirm auch weiterhin kaum berühren. 

Der leuchtende Apfel hingegen braucht keinen praktischen Beweis. Manchmal darf ein kleines Stück Technikgeschichte einfach Freude machen. 


Was denkst Du über das neue MacBook?

Und denkst Du darüber nach, es Dir anzuschaffen? Vielleicht nutzt Du Windows und möchtest schon länger auf MacOS umsteigen? 

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Und falls Du weiterlesen willst, findest Du hier weitere Beiträge von uns: 

Portrait von David Moser - Geschäftsführer und Inhaber von PLUS UND PLUS AG

David Moser

Geschäftsführer und Inhaber